Samstag, 12.06.2021 13:21 Uhr

HNA muss Insolvenz anmelden.

Verantwortlicher Autor: Lars Kitschke Frankfurt, 31.01.2021, 11:09 Uhr
Presse-Ressort von: Lars Kitschke Bericht 5710x gelesen
Boeing 737 der Hainan Airlines
Boeing 737 der Hainan Airlines  Bild: Lars Kitschke

Frankfurt [ENA] Nicht ganz überraschend kam am Freitag die Nachricht, dass die HNA Group, unteranderem Mehrheitseigner des Flughafen Hahn, seine Schulden nicht mehr bezahlen kann. Der chinesische Mischkonzern, für den zu Hochzeiten fast 300.000 Menschen arbeiteten, hatte sich wohl übernommen.

Am Freitag kam das vorläufige Ende für eines der größten Unternehmen weltweit. Die HNA konnte ihre Gläubiger nicht mehr bezahlen und mußte beim Volksgericht der Inselprovinz Hainan das Insolvenzverfahren beantragen. Das Unternehmen ist stark auf den Luftverkehr ausgerichtet und besitzt allein im Heimatmarkt China 19 Airlines. Finanziell ging es der HNA schon vor der Krise nicht besonders gut. Nach einem kometenhaften Aufstieg häuften sich die Schulden an. So hatte man erst ein Jahr zuvor dem Land Rheinland-Pfalz 82,5 % der Anteile am Flughafen Frankfurt-Hahn abgekauft. Was nun aus dem Flughafen wird, ist bislang offen.

Die Geschichte began im Jahr 2000 mit der Gründung der HNA in der Sonderwirtschaftszone Hainan im Süden der Volksrepublik. Nach einem fast unglaublichen Wachstumskurs gründete man im July 2017 in New York die Hainan Cihang Charity Foundation als gemeinnützige Stiftung und mit 29.5 Prozent größten Aktionär. Diese wurde bis 2019 vom ehemaligen FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler geleitet. Schon 2017 monierte die schweizer Übernahmekommission den schnellen Wechsel der Eigentumsverhältnisse innerhalb des Unternehmens. Das Unternehmen ist weitläufig verschachtelt und die Eigentumsverhältnisse nach außen nicht klar.

Schon Ende 2017 fiel die mangelnde Liquidität auf und S&P Global warnte vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit. Diese Vorgänge blieben auch der Regierung in Peking nicht verborgen. Nachdem man schon andere chinesische Giganten, wie Fosun und Dalian Wand "an die Kette" gelegt hatte, bemühte man sich auch bei der HNA um Transparenz und mehr Einfluß. Wie es nun mit der Airlines der Gruppe weitergeht ist ebenfalls unklar. Zumindest am heutigen Sonntag waren noch einige Maschinen der Tochtergesellschaften am Himmel unterwegs. Die nahe Zukunft wird zeigen, ob die Regierung einspringt, weil das Unternehmen "to big to fail" ist.

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