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Offshore-Fliegerei in Deutschland

Verantwortlicher Autor: Lars Kitschke Emden, 27.10.2020, 12:08 Uhr
Presse-Ressort von: Lars Kitschke Bericht 7061x gelesen
AW-139 in Emden
AW-139 in Emden  Bild: Lars Kitschke

Emden [ENA] Fliegen über dem Meer; hört sich eigentlich recht simpel an, doch ganz so einfach ist es nicht. Im Norden der Republik vor der Küste müssen die Windkraftanlagen und Deutschlands einzige Hochseeplattform A6-A fast ausschließlich aus der Luft versorgt werden.

Das Zentrum der deutschen Offshore-Fliegerei liegt im äußersten Nordwesten Deutschlands in Emden. Auf dem kleinen Flughafen in Ostfriesland sind die meisten der Hubschrauber stationiert, die die Windkraftanlagen weit draußen vor dem Nationalpark Wattenmeer versorgen. Drei Unternehmen haben sich auf die Fliegerei über dem Meer spezialisiert, Heliservice, Wiking Helicopters und Northern Helicopter. Zu den Aufgaben der Hubschrauberbesatzungen zählt nicht nur der Taxidienst für die Arbeiter, sondern auch der Transport von Versorgungsgütern auf die Plattformen in den Windparks, sowie die Luftrettung über dem Meer. Für den Personen- und Warentransport eignen sich am besten die mittleren Hubschraubertypen von Agusta/Westland.

Die AW-139 nimmt Offshore bis zu 12 Passagiere mit und ist weltweit in diesem Segment der Fliegerei im Einsatz. Ebenso beliebt sind AW169 und die Airbus H155, die jeweils bis zu 10 Passagiere befördern können. Für die kleinen deutschen Anlagen ist das absolut ausreichen, weshalb man hier die große Sikorsky S-92 oder die Super Puma vergeblich sucht. In der Luftrettung setzt Northern Helicopter, die zur DRF Luftrettung gehören, auf kleinere Hubschrauber, wie die BK-117 und die AS365 "Dauphin". Neben Emden unterhält NHC dafür auch noch je eine Station in St. Peter Ording in Schleswig Holstein und Güttin auf der Insel Rügen. Die BK-117 wird hierbei für den Patiententransport von den Ostfriesischen Inseln aufs Festland eingesetzt.

Wiking Helicopter setzt die H145 noch für einen weiteren Zweck ein, den Transport von Lotsen auf die großen Schiffe. Jedes fremde Schiff, welches z.B. den Hamburger Hafen anlaufen möchte, benötigt ab einem bestimmten Punkt einen orsterfahrenen Lotsen, der sich mit den Gegebenheiten auskennt. Dieser wird entweder per Boot oder aber eben mit dem Helicopter auf oder vom Schiff gebracht. Da der lotsenpflichtige Bereich der Elbmündung für Schiffe einer bestimmten Größe bereits weit draußen beginnt, wäre die Anfahrt mit dem Boot sehr zeitaufwendig. Deshalb fliegt Wiking sie ab Wilhemshafen-Mariensiel hinaus aufs Meer und holt sie auch wieder ab.

Super Puma der Bundespolizei in Mariensiel
AS365 von Northern Helicopter in St. Peter Ording
H145 von Wiking Helicopters
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